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Von allem ein bisschen  - unsere Tour durch Schwaben und Bayern -

 

 

Für unsere diesjährige Herbsttour zog es uns wieder nach Bayern und Baden-Württemberg. Leider hatten wir nur 8 Tage Zeit, doch die 700 Kilometer sollten wir ohne Stress schaffen. Wir liesen unser Auto diesmal in Donauwörth stehen um die ersten Kilometer bis Füssen entlang der Via Claudia Augusta zu folgen. Einer alten Handels- und Reiseroute, die im Jahre 47 n. Chr. erbaut wurde, und ursprünglich als militärischer Weg genutzt wurde. 

Gegen 14 Uhr fanden wir in Donauwörth einen geeigneten Parkplatz für unser Auto, Fahrräder vom Autodach, Radtaschen aus dem Kofferraum, und es konnte losgehen. Wir radelten an diesem Nachmittag bis kurz vor Augsburg, herrlich schön am Lech entlang. Der Lech hatte kaum Wasser, große Kiesbänke kamen zum Vorschein, und wenn es nicht so früh am Abend gewesen wäre, hätten wir sogar unser Zelt mitten im Lech aufgebaut.

Am nächsten Morgen radelten wir dann durch Augsburg, der alten Fuggerstadt, die durch Jakob Fugger im 16 Jhd. ihre Blütezeit hatte. Doch bevor wir in die Stadt kamen, übersah Claus die Erhöhung des Bordsteins und legte sich natürlich auf die Nase. Zum Glück ist nicht viel passiert, außer einer Blessur am Knie und einer zerrissenen Hose. Wieder auf der Strecke kamen wir am Lech am alten Wasserwerk vorbei, derzeit wird ein Kinofilm dort gedreht, mehr konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Die nächsten 50 Kilometer waren nicht ganz so interessant, hauptsächlich radelten wir von Ort zu Ort auf Radwegen. Erst bei Leeder waren wir wieder dem  Lech sehr nahe. Das Wetter war herrlich, strahlend blauer Himmel, keine einzige Wolke. Es wurde zunehmend hügliger und kurz vor Lechbruck tauchten dann die Allgäuer Alpen auf. Die Landschaft war einfach toll, Wiesen, kleine Wälder, himmlische Ruhe und im Hintergrund die Berge. An diesem Abend entschieden wir uns nicht auf den Campingplatz zu gehen, sondern auf einer tollen Wiese unser Zelt aufzuschlagen. Eine himmlische Nacht! Wolkenloser Himmel, und von weitem sahen wir ein paar Rehe und sogar ein Fuchs besuchte uns.

Wir waren kurz vor Füssen und hatten einen tollen Blick auf den Forggensee, Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau. Durch Neuschwanstein, erbaut von dem etwas verrückten König Ludwig II., ist Füssen fest im der Hand asiatischer Touristen. Wir machten einen kleinen Abstecher in die Altstadt, kauften uns leckere belegte Brötchen und machten unsere Mittagspause. Wir verließen die Via Claudia Augusta und radelten auf dem Königssee – Bodensee – Radweg, Richtung Friedrichshafen weiter.

 

Wir durchquerten das Allgäu, in Nesselwang kauften wir noch mal Getränke, zum Städtchen raus war es ganz schön steil, ich musste mein voll bepacktes Rad  schieben. Trotz der Anstrengung gefiel uns die Strecke sehr gut. Entlang ruhiger kleiner Landstraßen, von Dorf zu Dorf, und durch kleine Waldstücke.  Kurz vor Haag, einem kleinen Ort im Oberallgäu, machten wir dann eine Kaffeepause, mit selbstgekochten Kaffee und Keksen. Wir waren auf ca.  900 m. ü.NN, der Wind blies uns ganz schön um die Nase. Abends fing es an zu regnen, zum Glück waren wir schon auf dem Campingplatz und hatten unser Zelt aufgebaut. 

Heute gings von Immenstadt im Allgäu nach Immenstaad am Bodensee. Landschaftlich gefiel es uns die Strecke  sehr gut, kleine Höfe, saftige Wiesen, immer wieder radelten wir durch Wälder. Langsam näherten wir uns dem Bodensee und kurz vor Lindau hatten wir die letzten Steigungen hinter uns gelassen. Bis Friedrichshafen radelten wir am See entlang, gesäumt von herrlichen Seegrundstücken mit tollen Villen, ein herrlicher Abschnitt. Wir bauten unser Zelt in Fischbach auf  dem Campingplatz auf, die Zeltwiese liegt idyllisch direkt am Seeufer, während der Hauptsaison bestimmt heiß begehrt. Ende September hatten wir die Wiese für uns ganz alleine. Wir kauften in Friedrichshafen im Supermarkt noch unser Abendessen ein und genehmigten uns eine gute Flasche Wein. Nun waren es noch 30 Kilometer bis Ludwigshafen, den dort verliesen wir den Bodensee-Radweg. Sehr schön waren die Städtchen Meersburg und das Pfahlbaumuseum in Uhldingen. Etwas hektisch wurde es in Überlingen, denn dort quetsche sich der ganze Verkehr entlang der Bundesstraße. In Ludwigshafen verlassen wir den schönen Bodensee und mühten uns erneut über die schwäbische Alb bis nach Sigmaringen an der Donau. In Sigmaringen thront über der Donau das fürstlich hohenzollerische Schloss auf einem Weißjurafelsen. Das Städtchen war gut besucht, wir gingen an den Campingplatz direkt an der Donau und hatten eine ruhige, aber recht kalte Nacht. Am nächsten Morgen zeigte das Thermometer nur noch null Grad! 

Von Sigmaringen bis nach Ehingen ließ sich sehr angenehm radelten wir  an der Donau entlang, wir passierten einige schöne Städtchen, und die Steigungen waren alle easy, bis auf das Zwiefaltendorf. Mit dieser Steigung hatten wir nicht gerechnet! 20% ganz schön heftig! In Ehingen entschieden wir uns, trotz der fortgeschrittenen Zeit nach Blaubeuren an den Blautopf zu radeln.  

Der Abstecher zum Blautopf hat sich gelohnt, und am späten Nachmittag waren auch nicht mehr so viele Besucher dort. Das Wasser des Blautopfes hat in Hunderttausenden von Jahren ein gigantisches Höhlensystem geschaffen. Die auffallende blaue Wasserfärbung entsteht durch die Lichtstreuung des kalkgesättigten Quellwassers. Hier entspringt die Blau, die nach rund 22 Kilometer im Ulmer Stadtgebiet in die Donau fließt. Bevor es ganz dunkel wurde, waren wir in Ersingen am Campingplatz angekommen, der gehört dem DLRG und ist eher primitiv, aber absolut ruhig. Wir waren froh als unser Zelt stand und wir unser Abendbrot gegessen hatten, denn an diesem Tag radelten wir 130 Kilometer.

Es wurde zunehmend herbstlich, morgens war es richtig feucht und kühl. Da wir vor vier Jahren Ulm, inklusive Ulmer Münster, schon einmal besucht hatten passierten wir die Stadt an der Donau entlang. Aber aus dieser Perspektive hatten wir Ulm auch noch nicht gesehen. Idyllische Plätzchen luden uns immer wieder zu einer Radelpause ein. Die Stadt Dillingen wartet mit einem schönen Schloss mitten in der Innenstadt auf.  Um 18 Uhr waren wir wieder am Auto in Donauwörth, wir fuhren noch an diesem Abend zurück nach Köln. Vier Radwege zu einer ganz netten Rundtour vereint.

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