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Unsere Tour planten wir mit:

Der 50. Breitengrad, Lohr am Main

 

Über den Limes an die Donau

 

Entlang des Mains bis Miltenberg

 

Endlich wieder Urlaub! Sieben Monate mussten wir uns gedulden, bis wir wieder Urlaub hatten. Endlich ist es soweit!

 

Unsere Frühjahrstour führte uns zurück an den Limes. Warum eigentlich der Limes? Vor 4 Jahren mussten wir unsere Tour bei Walldürn wegen zu viel Schnee abbrechen. Aber wir haben ja auch den Ehrgeiz das Angefangene zu Ende zu bringen. Wir fuhren mit dem Auto, die Räder auf dem Dach, nach Würzburg. Hier sollte unser Startpunkt sein. Zur Einstimmung rollten wir den Main entlang bis Miltenberg. Nur wir haben die Rechnung ohne den Wind gemacht. Wir hatten ganz schön zu treten, obwohl keine Steigungen da waren. Das Wetter war zum radeln ideal, mit Temperaturen um die 16 Grad nicht zu warm, nur abends und nachts regnete es oft sehr stark.

Mir war gar nicht bewusst, dass auf dem Main so viele Schiffe unterwegs sind und dass es so viele Schleusen gibt. Am Sonntagnachmittag fuhren wir dann noch bis Karlstadt und blieben dort am Campingplatz. Am nächsten Morgen waren wir  bestens gelaunt: "So, es kann los gehen!" Langsam ließen wir die Weinberge hinter uns, mehr und mehr fuhren wir durch die dunkelgrünen Wälder des Spessarts. Ab Marktheidenfeld fließt der Main durch sein gewundenes Tal und bei Wertheim kommt das Wasser der Tauber hinzu. Kurz vor dem Städtchen Lohr passierten wir den 50. Breitengrad, auf dem auch die Südspitze Englands und Winnipeg in Kanada liegen. In Miltenberg angekommen, gingen wir dann auf den Campingplatz, die Besichtigung der Altstadt verschoben wir  auf den nächsten Morgen. Nach dem Duschen aßen wir zu Abend, und hatten eine nette Unterhaltung mit einem Ehepaar aus Wyoming. Die beiden radelten ebenfalls den Main entlang, aber in entgegengesetzter Richtung, zur Quelle. Miltenberg ist ein beschauliches Städtchen mit seinem historischen Marktplatz mit den ansehnlichen Fachwerkhäusern.

Wir verliesen den Main und radelten auf den Spuren der Römer. Diese bauten im Jahre 165 n. Chr. einen Grenzwall vom Rhein bis zur Donau, den Limes. Die Wachtürme standen natürlich auf den höchsten Erhebungen, dementsprechend ging es auch auf und ab.

 

Limesturm kurz vor der Donau

 

Von Miltenberg bis zur Donau

 

Viele Steigungen waren so steil, dass es uns kaum möglich war die Räder vernünftig hoch zu schieben, zum Teil hatten sie 18%. Es dauerte dann bis zur Mittagszeit bis wir die 25 km bis Walldürn hinter uns hatten. Am Abend schlugen wir unser Zelt kurz vor Jagsthausen auf einer Wiese auf. Dieser Bereich vom Odenwald wird auch badisch Sibirien genannt. Viele herrliche Naturwiesen, Wald und absolute Ruhe prägen diesen Abschnitt,  von anderen Radlern war weit und breit keine Spur.  Anscheinend sind wir die einzig Verrückten, die die anstrengende Tour fahren.  Nachmittags nahmen wir uns die Zeit und kochten uns eine Tasse Kaffee.

In der Nacht regnete es sehr stark und wir hörten die Füchse durch die Wiesen streifen. Wir  waren uns sicher, dass uns nachts  ein Wildschein besucht hatte. Die restlichen 10 Kilometer bis Jagsthausen hatten es am nächsten Morgen in sich. Dafür wurden wir, oben angekommen,  durch einen herrlichen Rundumblick bei strahlendem Sonnenschein belohnt. Wir passierten die Zwillingsflüsse Jagst und Kocher, kurz nach Sindringen radelten wir durch das Ohrntal nach Öhringen. Einfach herrlicher diese Landschaft. Nach unserer Mittagspause kauften wir dann auch noch unsere restlichen Lebensmittel für den Abend ein, denn ob wir es bis Murrhardt schaffen, was unser Ziel war, wussten wir nicht genau. Immerhin waren es noch 40 Kilometer und jede Menge Steigungen. Wir waren an diesem Nachmittag so richtig fertig, nur Steigungen am laufenden Band. Zum Abend hin gab es eine rauschende Abfahrt und so schafften wir es doch noch die restlichen Kilometer bis zum Campingplatz.


Zu dieser frühen Jahreszeit ist es auch noch auf den Campingplätzen sehr ruhig. Gott sei Dank! Denn nach einem anstrengenden Radeltag konnten wir dann den Abend so richtig genießen. Am nächsten Morgen waren wir für unsere Verhältnisse sehr spät dran, erst kurz nach acht radelten wir dann wieder los. Ich brauch es nicht besonders zu erwähnen, aber nach Murrhardt ging es wieder so richtig hart bergauf. Für die 23 km nach Welzheim, dort steht ein rekonstruiertes Kastell, brauchten wir den ganzen Vormittag. Am Nachmittag waren die Steigungen nicht mehr so heftig. Wir rollten etwas entspannter  den Limes entlang. Der führte uns durch Schwäbisch Gmünd, die Tagesetappe von 90 Kilometer schafften wir locker. Kurz vor Aalen schliefen wir dann im Wald unweit der Remsquelle. Im weiteren Verlauf querten wir erneut die Zwillingsflüsse Kocher und Jagst. Bei Dalkingen stehen Mauerreste eines Limestores. Die UNESCO hat den oberen Teil des Tores aus Gipskarton nachbauen lassen und einen futuristischen Glaskasten darüber gestülpt. Leider ist dieses kleine Besucherzentrum nur samstags und sonntags geöffnet.

 

Heute Früh fiel uns das Radfahren sehr schwer! Wir hatten so richtig müde Knochen. Nun waren wir wieder im fränkischen, diesmal in Mittelfranken. Die Städtchen Gunzenhausen und Weißenburg waren ganz nett, dennoch huschten wir nur kurz durch die Altstadt. In Raitenbuch verließen wir den Limes und fuhren durch das 31 Kilometer lange Anlautertal nach Kinding. Die Anlauter ist ein kleines Flüsschen, und das Tal war ein harmonischer Augenschmaus. In Enkering unterlief mir ein Fehler der uns mehr als eine Stunde Zeit kostete und eine Steigung bescherte, die so richtig an unseren Kräften zehrte. Wir blieben die Nacht in Kipfenberg am Campingplatz, der sehr teuer und nichts besonderes war. Doch wir waren zu kaputt um weiter zu fahren und es war auch schon halb neun Uhr abends. Um aus Kipfenberg wieder heraus zu kommen, ging es erst mal wieder steil bergauf, an der Burg vorbei. Die letzte Etappe auf dem Limes stand an.

Kurz nach Altmannstein absolvierten wir unsere letzte Steigung, dann gab es kein Halten mehr. Eine rauschende Abfahrt folgte und wir waren in Hienheim an der Donau. Mit einer kleinen Fähre ging’s  zum anderen Donauufer. Diese funktioniert ohne Motor ganz klimafreundlich. Durch die Strömung wird die Fähre quer zum Fluss getrieben, damit sie nicht abtreibt, hängt die Fähre an einem Führungsseil. Die 10 Kilometer zum Kloster Weltenburg waren schnell absolviert. Nach einem herrlichen Schoppen Klosterbier fuhren wir mit dem Schiff durch die berühmte  Weltenburger  Enge bis nach Kelheim. Wir waren auf der letzten Etappe unserer Frühlingstour angekommen. Wir genossen die Fahrt auf dem Schiff, suchten unseren Weg durch Kelheim an die Altmühl. Bis Dietfurt ist der Main-Donau-Kanal mit der Altmühl identisch. Die erste, und sehr anstrengende Woche war absolviert, jetzt konnte es gemütlich weitergehen. 

 


 

 

Seerosen und Reiher auf dem alten König-Ludwig-Kanal

Entlang der Altmühl

 

Am Montag früh war es schon sehr warm, und entlang der Altmühl zu radeln war landschaftlich ein Genuss. Wir sahen sogar zwei Biberburgen. Einfach eine herrliche Landschaft. Nur mit der Ruhe war es vorbei. Wir kamen uns vor wie auf der Radautobahn. Der Altmühlweg, mit seinen knapp 250 km Länge, gehört er zu den beliebtesten Radwegen Deutschlands. Heerscharen von  E-Bike Fahrern waren unterwegs, zum Glück fuhren wir in die entgegengesetzte Richtung. Für die Region ist das natürlich ein nicht wegzudenkender Wirtschaftsfaktor. Am Abend blieben wir auf dem Campingplatz in Altendorf. Bevor wir Solnhofen erreichten, das bekannt ist vor allem durch seine umliegenden Steinbrüche die als Fossillagerstätte von Weltrang gelten, kamen wir an den „Zwölf Apostel“ vorbei. Diese bestehen aus dolomitischem Schwammkalk und bilden über dem Altmühlufer eine Reihe von Felstürmen. Wir hatten jetzt den zweiten Tag herrliches Wetter und sommerliche Temperaturen. Erneut in Gunzenhausen angekommen genehmigten wir uns in einer Fleischerei ein gutes Mittagessen, in der Stadt wimmelte es von Tourenradlern. Direkt an die Stadt angrenzend liegt der Altmühlsee, dieser wurde vor knapp 30 Jahren angelegt. Ganz Mittelfranken partizipiert  so  von der weiträumigen Landschaft des oberen Altmühltals. Der See ist ideal zum Segeln, Surfen und Baden an den zahlreichen Liegewiesen, Bade- und Sandstränden. Wir umrundeten zwei Drittel des Sees und radelten dann weiter Richtung Altmühlquelle.

Das Altmühltal wurde immer weitläufiger und die Altmühl immer schmaler. Unser heutiges Ziel war Hornau. Diese Dörfchen liegt unweit der Altmühlquelle und ca. 15 Kilometer vor Rothenburg o.d. Tauber. In unserem Bikeline-Buch ist ein Campingplatz eingezeichnet. Doch leider fanden wir nur eine Zeltwiese vor, ohne jede Infrastruktur. Nun denn, was soll’s. Wir bauten unser Zelt auf, wurden von den vorbeikommenden  Dorfbewohnern freundlich gegrüßt.

Am Mittwochmorgen waren wir sehr früh wach. Wir schliefen auf der Zeltwiese sehr ruhig und keiner störte uns. Bevor es Frühstück gab packten wir, wie immer, erst unsere Radtaschen und bauten unser Zelt ab. Wir radelten die letzten 20 Kilometer bis in das historische mittelfränkische Städtchen Rothenburg o.d. Tauber. Ich war echt erstaunt, dass um 8:30 Uhr schon die japanischen Touristen unterwegs waren. Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und Fachwerkhäusern. Kein Wunder, das die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt wurde, denn sie gilt im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt.

 

Am  Bahnhof, auf Gleis 1, endete unsere Frühjahrstour. Mit dem Zug ging’s zurück nach Würzburg, wo wir unser Auto wohlbehalten vorfanden.

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Mit dem Fahrrad in die Nationalparks der USA

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