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Unsere Tour planten wir mit:

Blick auf den Watzmann, vom Radweg aus

 

Entlang von Flüssen und Bergen

 

Von Deggendorf nach Berchtesgaden

 

Der Sommer war einfach fantastisch! Wochenlang strahlender Sonnenschein und traumhafte Temperaturen. Ende September ging‘s für uns dann los. Doch zunächst waren wir noch auf einer Familienfeier in der Heimat eingeladen, so konnten wir uns in diesem Jahr nochmal mit den Verwandten treffen, bei gutem Essen und reichlich Wein war die Stimmung sehr ausgelassen. Das besondere Flair unseres Heimatdörfchens Rhodt unter der Rietburg tat noch sein übriges dazu. Am Montag verabschiedeten wir uns in der Frühe und fuhren mit dem Auto zum Ausgangspunkt unserer Rundtour, nach Deggendorf. Im Örtchen Neßlbach, direkt an der Donau, ließen wir unser Auto am Campingplatz stehen und schwangen uns aufs Rad. In Passau angekommen war die Stadt so richtig verschlafen. Zwar lagen ein Paar Flusskreuzfahrtschiffe an der Kaimauer, aber ansonsten hätten wir mit mehr Touristen gerechnet. Passau, bekannt auch als die „Drei Flüsse Stadt“, verließen wir entlang des Inns, den wir auf der österreichischen Seite folgten. Langsam wurde die Strecke hügelig, das grünlich gefärbte Wasser des Inns entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin, auf 2484 m. Höhe. Mit 517 Kilometer ist der Inn einer der längsten und mächtigsten Alpenflüsse und hätten die Römer bei der Benennung der Flüsse nicht einen Fehler gemacht, so würde heute die Donau in den Inn münden und nicht anders herum. Besonders gut gefiel uns das Städtchen Schärding. Wir mussten uns zwar mächtig quälen um in die Altstadt zu kommen, so steil war die Anfahrt, aber es hat sich gelohnt. Viele bunte Häuser mit Geschäften und Cafés säumten den Markplatz und luden zum Verweilen ein. Das Europareservat „Unterer Inn“ ist eine wahre Naturattraktion. Schöne Auenwälder und Feuchtgebiete entlang der Strecke die als Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsplatz für Wasservögel dienen. Wir waren kurz am überlegen ob wir einen Abstecher nach Bad Füssing machen sollten, eigentlich sind wir keine Fans von Luftkurorten, und daher verwarfen wir diesen Gedanken wieder. Nach 105 Kilometern in den Waden wollten wir in Braunau am Inn auf den Campingplatz, doch leider ist dieser seit letztem Jahr geschlossen und daher bauten wir unser Zelt hinter dem Sportplatz auf einer großen Wiese auf.

 

Abends und nachts regnete es und am nächsten Morgen waren unser Zelt und die Radtaschen gefroren. Und zu allem Unglück gab unsere Benzinpumpe den Geist auf, sodass wir auf den heißersehnten Kaffee leider verzichten mussten. Die kaputte Benzinpumpe sorgte zunächst für Verdruss, doch nach einem überteuerten Kaffee an der Tankstelle konnten wir schon wieder darüber lachen. In Braunau wechselten wir auf die deutsche Seite, und radelten entlang des Inns weiter bis zum Geburtsort Benedikts XVI., nach Marktl am Inn. Endlich einen richtigen Kaffee mit leckerem Plundergebäck. Wir kauften dann noch ein und mussten feststellen, dass in Marktl nicht sehr viel zu erleben ist. Wie in vielen kleinen Städtchen, stehen rund um das Rathaus viele Geschäfte leer und suchen einen Nachmieter. Wir kehrten dem Inn den Rücken und radelten ins 17 Kilometer entfernte Burghausen an der Salzach. Die Strecke war zwar schön, dennoch mussten wir sehr oft nach dem richtigen Weg fragen. Doch unsere Bemühungen wurden belohnt. Hoch über der Altstadt thront die weltlängste Burg; von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf die Altstadt und die Salzach. Wir suchten uns einen sonnigen Platz, machten Mittagspause, bevor wir weiter nach Tittmoning radelten, wo wir auch die Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Donnerwetter war das in der Früh kalt! Zelt und Radtaschen waren wieder dick gefroren und ich, obwohl ich nicht besonders kälteempfindlich bin, hatte ich so meine liebe Not die Fingerkuppen wieder warm zu bekommen, die taten so richtig weh! Tagsüber wurde es warm und wir hatten richtig schöne Herbsttage. Das Laub der Bäume schien in seinen tollsten Farben und andere Radfahrer waren zu dieser Jahreszeit kaum noch anzutreffen, kurzum es war herrlich ruhig. Wir radelten von Niederbayern nach Oberösterreich, weiter nach Oberbayern, dann entlang der Salzach ins Salzburger Land, bis nach Salzburg. Wir hatten die Nacht auf dem nicht besonders schönen Campingplatz in Salzburg - Itzling verbracht, doch das perfekt ausgeschilderte Radwegenetz in Salzburg versöhnte uns mit der Stadt. Nach einem kurzen Besuch der Innenstadt besuchten wir das Schloss Hellbrunn.

Weiter ging’s dann über Anif, Grödig und Marktschellenberg, an den Königssee. Von Marktschellenberg sieht man das erste Mal den Watzmann. Entlang des Flüsschen Berchtesgadener Ache, erreichen wir unser Hauptziel: den Königssee.

 

Kurz nach Berchtesgaden

 

Von Berchtesgaden bis Bad Tölz

 

Um 13 Uhr bauten wir unser Zelt auf dem Campingplatz in Schönau auf, und liefen am Nacmittag die wenigen Meter zum Königssee. Bei etwas Regen machten wir uns zur Malerwinkel-Rundtour auf. Vom Aussichtpunkt aus hatten wir ein tolles Panorama auf die Wallfahrtskirche St. Bartholome und das dahinterliegende Steinerne Meer mit der Schönfeldspitze. Am späten Nach-mittag gingen wir dann die 8 Kilometer zu Fuß nach Berchtesgaden, aßen dort etwas und fuhren mit dem Bus zurück. Am nächsten Morgen hing der Nebel dick über dem Königssee. Claus und ich wollten mit der Jennerbahn zur Bergstation auf 1800 m über Seehöhe. Unten am Königssee dicker Nebel, was tun? Fahren wir trotzdem hoch? Wir ließen uns nicht irre machen, lösten die Tickets und fuhren um 8:30 Uhr mit der ersten Gondel zur Bergstation. Die Jennerbahn ist ja recht urig, in jede Gondel passen gerade mal 2 Personen und man muss aufpassen, dass die Gondel nicht zu schaukeln anfängt. Während der Fahrt ging es durch die Wolken, oben angekommen hatten wir ein tolles Panorama, der Watzmann - Gipfel lag in der Sonne. Wir stiegen die letzten 74 m. hoch zum Gipfelkreuz und genossen die herrliche Ruhe, über eine Stunde waren wir ganz ungestört dort oben. Von der Mittelstation auf 1200 m. wanderten wir zur Königsbachalm. Nach einer Vesper und einer Halben Maß liefen wir über den Forstweg wieder zurück zur Seilbahn.

 

 

Nachdem wir am Sonntagfrüh unsere Zelt abgebaut hatten ging’s zu einem leckeren Frühstück nach Berchtesgaden. Frisch gestärkt und 15 € ärmer setzten wir dann unsere Radeltour fort. Wir kamen entlang des Untersbergmassivs, vorbei an Bad Reichenhall, Teisendorf und Traunstein nach Bergen. Die heutige Etappe war schon anstrengend, wir mussten ständig einige kurze, heftige Steigungen erklimmen. Der Campingplatz in Bergen ist sehr empfehlenswert, Sehr ruhig, kaum noch was los, es gab auch funktionierende Kochplatten, so konnten wir endlich am Abend unsere Nudeln mit Tomatensoße essen, die wir schon seit Beginn der Tour durch die Gegend fuhren. Zum Glück hatten wir gut geschlafen, denn heute erwartete uns die schwierigste Etappe der Tour. Wir mussten innerhalb von 8 Kilometern 2 große Steigungen, insgesamt 400 Höhenmeter, überwinden. Die Landschaft war einfach toll! Entlang der Chiemgauer Alpen und vorbei an der Kampenwand. Die Dörfer haben schöne geraniengeschmückte Häuser, und für diese Region typische Lüftlmalereien. Nur schade, dass es seit 3 Tagen nebelig war und dieser sich auch tagsüber nicht auflösen wollte. Bis Bad Feilnbach war die Strecke noch recht eben. Doch dann kamen die harten 8 Kilometer. Von Bauernhof zu Bauernhof schraubten wir uns auf 950 Meter über NN. Das war anstrengend. Wir hatten uns vorgenommen in einem Zug die komplette Steigung zu fahren, aber das schafften wir leider nicht, zweimal stiegen wir vom Rad um unsere Kräfte neu zu sammeln. Am Schliersee angekommen, und rund 90 Tageskilometer auf dem Tacho, schlugen wir dann in Breitenbach unser Zelt auf. Wir radelten dennoch weiter. Seit dem Königssee befuhren wir den ausgeschilderten Radweg „Bodensee – Königssee“. Das Teilstück zwischen Schliersee und Bad Tölz war nochmal so richtig anspruchsvoll. Nicht nur wegen den Steigungen, diese waren nicht mehr so heftig, aber der Untergrund war unbefestigt und wir mussten schon recht vorsichtig fahren, auch bergab. Claus knackste in einem unachtsamen Moment mit dem linken Fuß um, binnen weniger Minuten passte der Fuß nicht mehr in den Schuh. Zum Glück war es zum Bahnhof in Bad Tölz nur noch wenige Kilometer. Wir fuhren mit dem Zug nach Deggendorf zurück zum Auto. Zu Hause angekommen stellte dann der Arzt fest, dass die Achillessehne angerissen ist.


 

 

 

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